2026.01.06
Branchennachrichten
Teppich, seit Jahrhunderten ein Grundbestandteil von Haushalten und Unternehmen, beginnt sein Leben nicht als fertiger Bodenbelag, sondern in großen, oft übersehenen Teppichstoffrollen. Diese Rollen stellen das Rohmaterial dar – die Textilstruktur –, die schließlich zur weichen, haltbaren oder dekorativen Oberfläche unter den Füßen wird. Um die Technik hinter modernen Bodenbelägen zu verstehen, ist es wichtig zu verstehen, was in diesen Rollen steckt.
Jede Teppichstoffrolle besteht aus zwei Hauptstrukturkomponenten, die das Garn einschließen: dem Primär- und dem Sekundärrücken.
Primäre Unterstützung: Dabei handelt es sich um das Material, meist gewebtes Polypropylen oder Polyester, in das die Teppichfasern (Garn) direkt getuftet werden. Es dient als erste Grundlage und hält die Büschel an Ort und Stelle, bevor die letzten Schichten aufgetragen werden. Betrachten Sie es als die Leinwand, auf der das Design entsteht.
Sekundäre Unterstützung: Diese auf der Unterseite des Primärträgers angebrachte Schicht besteht oft aus schwerer gewebter Jute, synthetischen Fasern (z. B. gewebtem Polypropylen) oder Schaumstoff. Sein Hauptzweck besteht darin, für Formstabilität zu sorgen, das Gewicht zu erhöhen und zu verhindern, dass sich der Teppich ausdehnt oder schrumpft, sowie die Polsterung und Isolierung zu verbessern.
Die eigentliche sichtbare Oberfläche des Teppichs besteht aus Garn, das dem Teppich seine Farbe, Textur und Leistungsmerkmale verleiht. Die Wahl des Fasermaterials ist einer der entscheidenden Faktoren für die Nutzung und Langlebigkeit des Teppichs.
Nylon: Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Haltbarkeit, Widerstandsfähigkeit sowie Verschleiß- und Abriebfestigkeit ist sie die beliebteste Kunstfaser. Es lässt sich auch gut färben und bietet lebendige und dauerhafte Farben.
Polypropylen (Olefin): Bekannt für seine inhärente Beständigkeit gegen Feuchtigkeit, Schimmel und Ausbleichen. Aufgrund seiner geringeren Kosten und Fleckenbeständigkeit, insbesondere gegen Flecken auf Wasserbasis, wird es häufig in Keller- oder Außenteppichen sowie in gewerblichen Umgebungen verwendet.
Polyester (PET): Hochgeschätzt für sein luxuriöses Gefühl und seine lebendige Farbklarheit. Viele neuere Polyesterteppiche werden aus recycelten Plastikflaschen hergestellt und bieten so eine umweltfreundliche Option. Sie sind von Natur aus schmutzabweisend, aber typischerweise weniger belastbar (weniger „quetschfest“) als Nylon.
Wolle: Eine natürliche Premiumfaser, die für ihre hervorragende Weichheit, natürliche Elastizität und Feuerbeständigkeit bekannt ist. Wolle ist zwar teurer, hat aber eine überragende Langlebigkeit und einen klassischen, luxuriösen Look.
Der Prozess, der Rohfasern in a umwandelt Teppichstoffrolle ist ein raffinierter Tanz aus Maschinerie und Präzision.
Die überwiegende Mehrheit der Teppiche wird mit einem Verfahren namens Tufting hergestellt. Dabei handelt es sich um eine riesige Maschine mit Hunderten von Nadeln, die Garnschlingen durch das primäre Trägermaterial stanzt.
Schlingenflor: Die Garnschlingen bleiben intakt, wodurch ein Teppich mit einer gleichmäßigen, rauen Oberfläche entsteht. Diese Konstruktion ist sehr langlebig und hinterlässt weniger Spuren.
Stapel schneiden: Die Schlaufen sind oben abgeschnitten, so dass die Faserenden gerade nach oben stehen. Dadurch entsteht ein weicheres, luxuriöseres Gefühl. Stile wie Frieze (stark gedrehtes Garn) und Saxony (gerades Garn) sind Variationen des Schnittflors.
Sobald die Fasern in den Primärträger getuftet sind, wird der Stoff mit einem Bindemittel, normalerweise einem Latexkleber, behandelt.
Latexieren: Der Latex wird auf die Rückseite des Primärträgers aufgetragen, um die Büschel sicher an Ort und Stelle zu fixieren und ein Herausziehen des Garns zu verhindern. Dieser Schritt ist entscheidend für die strukturelle Integrität des Teppichs.
Trägeranwendung: Der sekundäre Träger wird dann mit dem latexbeschichteten primären Träger verbunden. Dieser mehrschichtige Aufbau sorgt für die endgültige Festigkeit und Stabilität.
Scheren und Rollen: Die Oberfläche des Teppichs kann geschoren werden, um eine gleichmäßige Florhöhe und Oberfläche zu gewährleisten. Abschließend wird das fertige Material fest auf große Karton- oder Kunststoffkerne gewickelt und bildet so die Standard-Teppichstoffrollen, die für den Vertrieb an Einzelhändler und Installateure weltweit bereit sind.
Wenn ein Verbraucher einen Teppich auswählt, entscheidet er sich letztendlich für das Ergebnis einer präzisen Formel, die in der Teppichstoffrolle eingebettet ist: die Faserart, die Florkonstruktion und, was wichtig ist, die Dichte und Drehung.
Die Dichte gibt an, wie dicht die einzelnen Garnbüschel gepackt sind. Eine höhere Dichte bedeutet, dass in einem bestimmten Bereich mehr Fasern verwendet werden, was zu einem haltbareren und widerstandsfähigeren Teppich führt, der dem Verfilzen und Zerdrücken standhält. Sie können dies oft spüren, indem Sie auf den Teppich drücken – ein Teppich mit hoher Dichte fühlt sich fester an und „federt“ schneller zurück.
Der Verdrillungsgrad gibt an, wie oft die einzelnen Fasern zu einem Bündel (Lage) zusammengedreht werden. Ein hoher Drehungsgrad bedeutet, dass das Garn fester gebunden ist, was sich direkt auf die Langzeitleistung auswirkt. Fest gedrehte Garne halten dem Fußgängerverkehr besser stand und fransen nicht aus oder lösen sich mit der Zeit.
Durch das Verständnis der Konstruktion, von der Auswahl der Fasern bis zur Anwendung des Trägers, gewinnt man ein besseres Verständnis für die Komplexität, die in jeder Teppichstoffrolle steckt und unsere Innenräume komfortabel und ästhetisch ansprechend macht.